Menü Schließen
Willkommen zurück. Seit deinem letzten Besuch befinden sich noch Artikel in deinem Warenkorb.
Marken_1 GoPro_2 So gelingt das GoPro Actionvideo_3

Expertenspecial – So gelingt das GoPro Actionvideo


Die GoPro wurde ursprünglich als Action-Kamera für Wellenreiter gebaut, doch mittlerweile werden auch von Hobbyfilmern eindrucksvolle HD-Videos von den verschiedensten Sportarten gedreht und ins Netz gestellt. Mit diesen kleinen Kameras ist es unkompliziert möglich aufregende Videos zu drehen, die man mit einer herkömmlichen Kamera so einfach nicht hinbekommt. Sogar unglaubliche Zeitlupen oder Zeitraffer Aufnahmen sind schnell gemacht. Doch wie funktioniert die Nachbearbeitung und wie sorgt man für eine gute Bildstabilität. Eine GoPro unterscheidet sich natürlich in einigen Punkten in der Handhabung von anderen Kameratypen. Wir haben ein paar Experten nach den wichtigsten Tipps für Einsteiger gefragt und sehr hilfreiche Antworten bekommen.

Auch haben wir der sportbegeisterten Bloggerin Kristin von Eattrainlove eine GoPro in die Hände gedrückt, um genau sagen zu können welche Fragen sich überhaupt bei der Erstellung der ersten Videos auftun. Herausgekommen ist ein sehr schönes Resultat, welches wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen!

Um euch dabei zu unterstützen ein mindestens genauso tolles Ergebnis mit einem GoPro Modell zu bekommen, haben wir hier nun einige wichtige Tipps von unseren Experten zusammengefasst!

So kannst du das Verwackeln reduzieren click to collapse contents

 

Julian
Julian hat den Blog Videobearbeitung-in-Action.de ins Leben gerufen. Dort veröffentlicht er Informationen und Tipps rund um die Themen Action Cams, Filmen und Videobearbeitung. Action Cam Fans und Neulinge finden dort Antworten auf ihre Fragen und Lösungen für ihre Probleme auf dem Weg zum perfekten Action-Cam-Video.

Julian, wie sorgt man für mehr Stabilität der Bilder? Viele Videos von „Video-Anfängern“ sind ja oft sehr verwackelt?
Julian: „Mit den verwackelten Actionvideos ist das so eine Sache. Die meisten Filmer stören sich daran, aber wie der Name „Action“ schon sagt, ist bei den Aufnahmen fast immer ordentlich Bewegung im Spiel. Komplett vermeiden lässt sich das Verwackeln daher nicht und das muss es auch gar nicht. Schließlich fängt man ja actionreiche Erlebnisse ein und die Kamerabewegung macht das Ganze authentischer. Zu einem Problem werden die Wackler nur, wenn sie Überhand nehmen oder so stark sind, dass sie das Material unbrauchbar machen. Der Trick ist zu versuchen die Wackler beim Filmen auf ein brauchbares Maß zu reduzieren und die Aufnahmen im Videoschnitt richtig einzusetzen.“


TIPP 1: So kannst du das Verwackeln reduzieren:

Als erstes solltest du die Kamera natürlich vernünftig befestigen. Das heißt zum einen, dass du die Halterung so anbringst, dass sie keinen Spielraum zum Wackeln hat. Zum anderen kommt es aber auch darauf an wo du die Kamera festmachst. Beim Mountainbiken wackelt die Kamera auf dem Lenker zum Beispiel viel stärker, als wenn du sie auf dem Kopf befestigst. Denn dann federn deine Arme und Beine zusätzlich noch Schläge ab. Überlege dir also, an welchen Positionen sich die Kamera verhältnismäßig wenig bewegt. Zusätzlich solltest du den größtmöglichen Bildwinkel wählen („wide“), weil dadurch Wackler besser „geschluckt“ werden. Ein guter Tipp ist auch von Wacklern abzulenken. Dazu solltest du einen Gegenstand im Bild haben, der genau die Bewegungen macht wie die Kamera. Also beispielsweise ein Teil vom Helm und deinem Gesicht, wenn du die Kamera seitlich am Helm befestigst. Es sieht dann in der Aufnahme so aus, als ob sich dein Kopf überhaupt nicht bewegt, was von der verwackelten Umgebung ablenkt.

Go Pro am Helm befestigt
Durch das Befestigen am Helm kann das Wackeln der Kamera etwas reduziert werden

TIPP 2: So setzt du verwackelte Aufnahmen am besten ein

Kombiniere actionreiche Aufnahmen mit ruhigen, wackelfreien Aufnahmen. Zeig zum Beispiel erst mal ein paar schöne Landschaftsaufnahmen oder Nahaufnahmen von Menschen, deinem Sportgerät und den Vorbereitungen für die Action. So baust du das Video langsam auf und wenn dann die Action losgeht, wird sich niemand mehr an den Wacklern stören. Im Gegenteil: sie machen das Video authentisch. Was du vermeiden solltest, sind minutenlange total verwackelte Aufnahmen am Stück.

Nachbearbeitung der gedrehten Filme click to collapse contents

Ein wichtiges Thema ist für viele die Nachbearbeitung der gedrehten Filme: Hier geben viele zu schnell auf und so erblickt viel Material nie das Licht der Öffentlichkeit. Was sind hier deine Tipps für ambitionierte Amateure und Nachwuchsfilmer?
Julian: „Der Hauptgrund warum so viele Filmer an der Nachbearbeitung scheitern ist, dass sie planlos an die Sache heran gehen. Es wird einfach wild drauf losgefilmt und wenn man dann später am Computer sitzt gibt es plötzlich Fragen über Fragen. Wo fange ich an? Welche Aufnahmen baue ich ein und welche nicht? In welche Reihenfolge setze ich die Szenen? Wie lang sollen die einzelnen Szenen sein? Wie lang wird das Video überhaupt? Wie soll es enden? Und so weiter… Wenn man so an die Videoerstellung rangeht, kommt nur in den seltensten Fällen ein gutes Ergebnis bei rum.


Mit der richtigen Nachbereitung lässt sich noch einiges aus den GoPro-Videos herausholen
Mit der richtigen Nachbereitung lässt sich noch einiges aus den GoPro-Videos herausholen.

TIPP 3: Vorausplanen!

Kombiniere actionreiche Aufnahmen mit ruhigen, wackelfreien Aufnahmen. Zeig zum Beispiel erst mal ein paar schöne Landschaftsaufnahmen oder Nahaufnahmen von Menschen, deinem Sportgerät und den Vorbereitungen für die Action. So baust du das Video langsam auf und wenn dann die Action losgeht, wird sich niemand mehr an den Wacklern stören. Im Gegenteil: sie machen das Video authentisch. Was du vermeiden solltest, sind minutenlange total verwackelte Aufnahmen am Stück.


TIPP 4: Lass dich inspirieren:

Am einfachsten ist es gerade für Anfänger ohne Filmerfahrung, wenn man sich von anderen Videos, die einem selbst gut gefallen, inspirieren lässt. Dazu suchst du auf YouTube einfach nach dem Thema deines Videos zusammen mit dem Wort „GoPro“ – also zum Beispiel „GoPro Ski“. Schau dir ein paar Videos an und merke dir wie die Videos aufgebaut sind und die Szenen, die dir besonders gut gefallen. Diese kannst du auf deine Weise nachstellen und in deinen Videos verbauen.


Der genaue Workflow der Videobearbeitung ist allerdings ziemlich komplex und eine detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitung zur GoPro Videobearbeitung findest du hier: http://videobearbeitung-in-action.de/videobearbeitung/.

Nachtaufnahmen click to collapse contents

 

Carsten
Carsten Kiessler ist Fotograf in Dörentrup im Kreis Lippe und ist Spezialist in den Bereichen Hochzeit, Portrait- und Beautyaufnahmen. Unter www.ckiessler.de teilt er viele seiner Arbeiten.

Carsten, wie bekommt man (möglichst gute) Nachtaufnahmen hin?
Julian: Carsten: „Um bei Nachtaufnahmen möglichst gute Ergebnisse zu erhalten, ist es wegen der langen Belichtungszeiten unbedingt erforderlich, die Kamera festzusetzen. Dafür eignet sich am besten ein stabiles Dreibeinstativ. In manchen Fällen kann es auch ein Bohnensack tun. In jedem Fall sollte man dann aber die Bildstabilisierung abschalten, um Unschärfe zu vermeiden. Die dient schließlich dazu, Bewegungen auszugleichen. Und die gibt es eben beim Einsatz eines Stativs nicht. Nachts ist das Fokussieren mangels Licht natürlich nicht ganz so einfach. Hier ist es hilfreich, über den Live-View manuell zu fokussieren. Oder man stellt auf „unendlich“. Da ich tendenziell mit weit geschlossener Blende arbeite, passt das in der Regel. Die geschlossene Blende sorgt bei hellen Lichtern wie Straßenlaternen dafür, das feine, sternförmige Lichtspuren entstehen. Will ich dagegen mit der Schärfentiefe spielen und beispielsweise bei einem Portrait ein feines Bouquet durch die Lichter im Hintergrund erzielen, dann öffne ich die Blende natürlich. Dann gilt es, bei der Auslösung Erschütterungen zu vermeiden. Aus diesem Grund arbeite ich meistens mit einem Kabelauslöser und vermeide es so, durch den Druck auf den Auslöser die Kamera zu bewegen. Natürlich gibt es auch Fernauslöser. Leider ist der Sensor dafür an der Kamera meistens vorne angebracht. Wenn ich aber von einem Standort hinter der Kamera auslösen möchte, um nicht „im Bild“ zu sein, kann das zu Schwierigkeiten führen.“


TIPP 5: Die richtige Speicherkarte auswählen:

Schließlich empfiehlt es sich noch, eine Speicherkarte mit möglichst hoher Schreibgeschwindigkeit zu nutzen. In der Regel dauert der Schreibprozess bei langsamen Karten so lange, wie die Belichtungszeit.


Welcher ISO-Wert eignet sich für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen?
Carsten: „Nicht zuletzt für die Hochzeitsfotografie habe ich mir kürzlich eine neue Kamera zugelegt, die über einen sehr lichtempfindlichen Sensor verfügt. Für diesen Einsatzzweck ist das auch wirklich zweckmäßig. Für die Nachtfotografie versuche ich allerdings in den meisten Fällen, den ISO-Wert möglichst niedrig zu halten, um Bildrauschen zu vermeiden. Gerade in den dunklen Bildbereichen wirkt das nämlich oft sehr störend.


Mit Stativ und langer Belichtung gelingen auch mit der GoPro tolle Nachtaufnahmen
Mit Stativ und langer Belichtung gelingen auch mit der GoPro tolle Nachtaufnahmen.

Die bessere Lösung ist es meistens, die Belichtungszeit zu erhöhen. Nebenbei werden die Bilder dann auch schärfer und „knackiger“. Allerdings gibt es auch besondere Fälle bei der Nachtfotografie, in denen es durchaus Sinn machen kann, die Lichtempfindlichkeit des Sensors voll auszunutzen. Will man beispielsweise in besonders sternenklaren Nächten die Milchstraße fotografieren, sollte man kein Licht „verschwenden“. In einem solchen Fall arbeite ich mit möglichst offener Blende und stelle den ISO-Wert durchaus mal 6400 ISO oder höher. Das hat dann den Effekt, dass ich nicht zu lange belichten muss und so Bewegungsspuren der Himmelskörper vermeide. Es kommt halt immer darauf an, welchen Effekt ich erzielen will und was ich festhalten möchte.“

Unverwechselbarer Look click to collapse contents

 

Oliver
Oliver Bender ist Kameramann, Fotograf und Blogger. Seine Arbeiten und Gedanken kann man auf seinem Blog www.tyrosize-blog.de bestaunen. Neben seinen Bildern findet man auf seinem Blog außerdem auch einige spannende Tutorials.

Oliver: „Heutzutage sind die Möglichkeiten, ein spannendes Sportvideo zu entwerfen, nahezu unendlich. GoPro und Co geben uns die Möglichkeit hautnah mit im Geschehen zu sein. Dank der geringen Größe, unendlichen Befestigungsmöglichkeiten und dem atemberaubenden Bildausschnitt „SuperView“, in dem die GoPro ein Blickfeld von nahezu 180 Grad zeigt, können wir uns in die verrücktesten Situationen begeben.

Am reißenden Fluss hinter dem Sportler im Kayak sitzen, beim Downhill-Event den Rausch der Geschwindigkeit spüren oder über die größten Kicker der Alpen springen. Wir können uns direkt von der Couch gemeinsam mit den Sportlern in ein Abenteuer stürzen.


TIPP 6: So entsteht der unverwechselbare GoPro Look:

Dabei fördert der sogenannte Fisheye- oder Fischaugen-Effekt, das Gefühl für die Geschwindigkeit und sorgt für den unverwechselbaren Look. Das Auge fokussiert sich auf den scharfen Bildmittelpunkt, während der Rand förmlich tunnelartig zu verschwimmen scheint. Ein Effekt, welcher durchaus gewünscht ist, um eine gewisse Dramaturgie im Video zu erreichen und den Zuschauer einen Einblick aus „Erster Hand“ zu geben. In 4K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde versteht sich.

Go Pro beim Trailrunning
Der berühmte Fisheye-Effekt sorgt für hohe Dynamik im Video

TIPP 7: Auflösung reduzieren:

Reduziert man die Auflösung der GoPro, sind noch mehr Bilder pro Sekunde möglich: Bei 2,7K 50 Bilder pro Sekunde und bei Full-HD-Auflösung 120 Bilder pro Sekunde – super praktisch für Slow-Motion-Videos.


Am Ende ist es nicht nur der Look, welcher die Videos so besonders macht, sondern einfach die Mischung verschiedener gestalterischer Möglichkeiten, welche mit einer größeren Kamera einfach undenkbar wären.“


Wir bedanken uns bei unseren Experten für die schönen Interviews und dafür, dass Sie Ihre Expertise mit uns teilen. Außerdem bedanken wir uns auch bei Kristin, mit deren Zusammenarbeit ein sehr schönes Trailrunning Actionvideo entstanden ist.

Bilder: GoPro, istock/nullplus, istock/Paolo Cipriani